Paul Thomas Anderson, nicht zu verwechseln mit Paul W. S. Anderson (Mortal Kombat, Resident Evil), befand sich bisher nicht auf der Liste meiner bevorzugten Regisseure, besser gesagt, seine Werke wurden gekonnt ignoriert.Magnolia zeigt mir aber, dass ich dem werten Herrn wohl noch eine weitere Chance geben sollte.
Anderson verknüpft im Verlauf der Story zusehends, auf sehr geschickte Weise, zwei zuvor paralelle laufende Geschichtsstränge. So will sich in der einen der sterbenskranke TV-Mogul Earl Partridge kurz vor seinem Tode mit seinem Sohn Frank versöhnen. Auch Showmaster Jimmy Gator will sich wieder seiner drogensüchtigen Tochter annähern. Doch in beiden Fällen gibt es tief liegende Gründe für die Zerwürfnisse, die Frank zu dem selbstgerechten Macho haben werden lassen, der er nun ist und die Jimmys Tochter in die Drogensucht getrieben haben.
Viele weitere Charaktere, allesamt problembehaftet, finden sich in Andersons Werk wieder und treten in manigfaltiger Form in die Leben der Hauptprotagonisten.
Ein neurotischer Krankenpfleger, eine, aufgrund ihrer Untreue, unglückliche Ehefrau, ein einsamer Polizeibeamter, ein überfordertes "Wunderkind", ein gescheiterter Kinderstar und viele weitere handelnde Personen suchen nach Erlösung, Hoffnung oder dem ganz persönlichen Glück.
Der Film lebt von seinen Schauspielern, aber auch den skurillen Situationen, die Anderson erschafft. Dazu gehört definitiv auch das Ende, auf dessen Besonderheit ich aber an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Vielleicht möchte der ein oder andere von euch den Film ja auch noch relativ unvoreingenommen anschauen.
Der Cast ist gelinde gesagt exzellent. Da hätten wir zum Beispiel William H. Macy in seiner Rolle als vom Leben gezeichneter ehemaliger Kinderstar, Julianne Moore als untreue und deshalb unglückliche Ehefrau, John C. Reilly als einsamer Polizist, Tom Cruise als schleimiger und selbstverliebter Sex-Guru, Philip Seymour Hofman als engagierter Krankenpfleger und der große Jason Robards in seiner vorletzten Rolle als sterbender TV-Mogul. Die Liste ließe sich beliebig fortführen, alle Akteure des Schauspielensembles spielen groß auf.
Kameramann Robert Elswit generiert stimmige Bilder und auch der Score von Jon Brion fängt die melancholische Stimmung des Filmes adäquat ein.
Paul Thomas Anderson hat mit Magnolia einen sehr ruhigen, meditativen Film vorgelegt, der die vielen Geschichtslinien fließend miteinander verbindet, aber leider nicht durchgehend ohne Längen auskommt.
Die großartigen Leistungen der Darsteller und das stimmige Setting entschädigen aber dafür und machen "Magnolia" zu einem "runden" Drama.
7,5 von 10 Punkten















