It's Birthday Time.Den Black Forest Movie Guide gibt es nun seit 2 Jahren.
Viele Rezensionen, wenige anders gelagerte Beiträge und Newsmeldungen und vor allem viel Nonsens liegen hinter ihm.
Er kam in den Genuss einiger Meisterwerke, vieler überdurchschnittlicher Sehfreuden, mittelmäßiger Filmkost und hatte leider auch den ein oder anderen Rohrkrepierer zu verdauen.
Zum Jubiläum gibt es eine recht erfreuliche Rezension. Der Film, um welchen es gehen soll, hört auf den Namen "Burn after Reading" und wurde von den Coen-Brüdern Joel und Ethan (The Big Lebowski, Fargo, Blood Simple, O Brother there Art thou?) geschrieben als auch inszeniert.
Der Cast kann sich nun wirklich sehen lassen. Da wären zum einen Brad Pitt und George Clooney in recht untypischen Rollen, John Malkovich mit einer Spielfreude, welche seinesgleichen sucht, Tilda Swinton und Frances McDormand als großartige und sehr unterschiedliche Leading Ladys und ein erfrischend aufspielender Richard Jenkins. Auch das weitere Ensemble ist bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend besetzt.Der Film lebt vom typischen trockenen Coen-Humor und einer Direktheit, die nahezu alle Werke der Brüder auszeichnet. So werden Charaktere skurillen Szenen "geopfert", von welchen man es nun wirklich nicht erwarten durfte. Skurill ist auch die richtige Bechreibung für das Drehbuch. Es dreht sich nämlich eigentlich um nichts.
Brad Pitts und Frances McDormands Alter Egos gerät eine CD in die Hände, deren Inhalt sie als höchst vertraulich und von höchster Wichtigkeit für den Eigentümer und diverse Organisationen vermuten. Sie versuchen einerseits die Daten zu verhökern und zweitens auch beim Eigentümer einen gewissen Obulus für ihre "Diskretion" zu erhalten. Aus und um diese plumpe Erpressung entspinnt sich ein Kabinett des Sonderbaren, was narrativ seines Gleichen sucht.
Herrlich ist es auch den Darstellern dabei zuzusehen, wie sie ihren Legendenstatus genüsslich demontieren und gegen die oftmals vorhandenen Rollenklischees anspielen bzw. diese persiflieren.
Der Film ist ausgezeichnet bebildert von einem der Meister seines Fachs, Emmanuel Lubezki, welcher auch schon Werke wie Children of Men und Sleepy Hollow mit seinen Bildkompositionen veredelt hat. Die Musik stammt, wie so oft bei dem kauzigen Brüderpaar aus der Feder von Carter Burwell. Zwar reicht er nicht an die Genialität seines "Oh Brother there Art thou?" - Scores heran, weiß aber zu gefallen und unterstreicht die skurillen aber auch die melancholischen Momente der Geschichte adäquat und einfühlsam.
Die Coens zeigen erneut, welch Raffinesse und Ideenreichtum ihnen innewohnt. Kaum jemand versteht es so gekonnt wie diese Beiden, anspruchsvolles und unterhaltendes Kino miteinander zu verbinden.
Bis auf wenige "Ausrutscher" sind die Beiden immer noch eine sichere Bank und das ist eine erfreuliche Konstante im schnelllebigen Filmgeschäft
Großartige Aufarbeitung der Themen Gier, Schönheitswahn und Liebe. Ein Film dessen Ziel es ist zu amüsieren, aber trotz des Amüsements auch nachdenklich zu machen.
8,5 on 10 Punkten
p.s.: Auf die nächsten beiden Jahre "Black Forest Movie Guide". Ich bleibe mir treu, ich hoffe so mancher von euch mir und meinem Blog auch.














